Zukunft denken lernen

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Hast Du Dir schon einmal die Frage gestellt, wie Dein Russischunterricht in 10 Jahren aussehen soll? Was Deine Wünsche und Erwartungen an die schulischen Rahmenbedingungen, die inhaltliche Schwerpunktsetzung, didaktische Zielsetzungen und methodische Ausgestaltung sind? Wenn ja – super! Wenn nicht – keine Sorge, das ist „normal“. Die Politikwissenschaftlerin und Zukunftsforscherin Florence Gaub konstatiert, dass Menschen zwar die einzigen Lebewesen sind, die sich Zukunft detailliert vorstellen können, allerdings die wenigsten Menschen dies wirklich tun. Besonders in Deutschland ist das (öffentliche) Sprechen über die Zukunft häufig mit Pessimismus und negativen Emotionen verbunden. Das hängt auch damit zusammen, dass wir zu wenig (in der Schule) lernen Zukunft/Zukünfte zu denken.

Zukunft denken lernen, heißt mutig, offen, neugierig und visionär zu sein. Gelingt einem dies, gelingt es einem auch, die Zukunft positiv zu sehen, sich selbst als Akteur der Veränderung zu begreifen und dadurch ins Handeln zu kommen.

Übrigens: In der Erziehungswissenschaft hat sich der Begriff der Futures Literacy etabliert. Also die Fähigkeit, Zukünfte zu antizipieren, zu reflektieren und zu imaginieren. Um Zukünfte denken zu lernen, gibt es mittlerweile auch spannende Bildungsmaterialien (z.B. von den Zukunftsbauern).

Deine Zukunft von Russischunterricht

Jetzt bist Du dran! Denke dabei „out of the box“! Mach Dich frei von jeglichen „das geht nicht – Gedanken“ in Bezug auf eventuelle, einschränkende Rahmenbedingen. Wie möchtest DU Russischunterricht in der Zukunft gestalten? Hier ein paar Fragen als Denk-Hilfen:

  • Was ist das Ziel von (Deinem) Russischunterricht? Inwieweit unterscheidet es sich von dem heutigen Ziel?
  • Welche Inhalte stehen im Russischunterricht im Mittelpunkt?
  • Was möchtest Du, was die Schüler:innen aus Deinem Russischunterricht mitnehmen? An was sollen sich die Schüler:innen erinnern, wenn sie an Deinen Russischunterricht zurückdenken?
  • Welche Rolle hast Du als Russischlehrer:in? Welche Haltung und welches Bild hast Du von den Lernenden?
  • Wie gestaltest Du den Unterricht methodisch?
  • Welche Rolle spielen Noten und Bewertung?
  • Wie sehen Prüfungen aus?
  • Wie sieht der Lernraum aus, in dem Du Russisch unterrichten möchtest? Wie ist er ausgestattet? Wie ist die Sitzordnung? Welche (Bildungs-)Materialien gibt es? Wie sieht die technische Ausstattung aus?

Eine weitere Inspirationsquelle kann der OECD-Lernkompass sein.

Wenn Du Dir diese Zukunftsgedanken gemacht hast, überlege weiter, welche Schritte DU bereits jetzt unternehmen kannst, um Deiner Wunschvorstellung vom Russischunterricht der Zukunft näherzukommen. In dem Beitrag „Let’s deimplement!“ stelle ich das Konzept zur Deimplementierung als Schulentwicklungsansatz vor.

  • Gaub, Florence (2023): Zukunft. Eine Bedienungsanleitung. München: dtv.
  • Muuß-Merholz, Jöran (2025): Schule 2035. Lernen nach Digitalisierung & KI : 5 visionäre Konzepte, 10 kreative Methoden. 1. Auflage. Weinheim: Beltz (Pädagogik).
  • UNESCO: Futures Literacy & Foresight. Online verfügbar unter https://www.unesco.org/en/futures-literacy, zuletzt geprüft am 01.02.2026.