Пиковая Дама – Pik Dame

Spielkarten

Ich möchte in diesem Beitrag zeigen, warum und wie ich in der 10. Klasse mit meinen Schüler:innen Pushkins Erzählung bearbeitet habe. Grundlage unserer Arbeit war die zweisprachige Ausgabe von Reclam.

Meine Motivation für die gemeinsame Lektüre dieser Erzählung war, dass fremd- und herkunftssprachliche Schüler:innen „gerne“ auch in der Fremdsprache, die nicht Englisch ist, etwas „im Original“ lesen möchten. Für viele Herkunftssprachler:innen ist der Name „Pushkin“ sehr positiv und emotional aufgeladen. Schon mit vielen 10. Klassen habe ich die Erfahrung gemacht, dass der überschaubare Umfang, das „Spielmotiv“ und vor allem die mystisch-schizophren aufgeladene Atmosphäre der Erzählung die Lernenden fasziniert.

Wie bei der Unterrichtseinheit „Mehrsprachigkeit und Multiethnizität“ habe ich mit den Schüler:innen „wochenweise“ an der Erzählung gearbeitet. Aufgrund der sehr anspruchsvollen Textgrundlage habe ich den Schüler:innen freigestellt, in welcher Sprache sie die Erzählung gelesen habe. Im Unterricht haben wir immer beide Sprachen bei der Analyse berücksichtigt.

Didaktisches Vorgehen

Auch wenn die Erzählung relativ kurz ist, haben wir uns jede Woche ein neues Kapitel vorgenommen und sind in die Textanalyse eingestiegen. Dabei haben wir folgende Aspekte thematisiert:

  • Einbettung in den historischen Kontext: In welchem „Petersburg“ befinden wir uns? Die Lebensweise des Adels, die Rolle des Militärs, die Beziehungen nach Europa
  • Charakterisierung der Hauptfiguren German, Liza und die Gräfin und wie sich diese Figuren im Laufe der Erzählung verändern;
  • Dem Wahnsinn auf der Spur: Was spricht für eine psychologische Lesart?
  • Dem Phantastischen auf der Spur: Was spricht für eine phantastische Lesart?
  • Deutung der Symbolik: Karten, Zahlen und andere Symbole
  • Vergleich von Original und Übersetzung

Die Herkunftssprecher:innen hatten zudem noch die Zusatzaufgabe die Erzählung „Бедная Лиза“ von N. Karamzin zu lesen und mithilfe des (sehr anspruchsvollen) Arzamas Videos (s.u.) über die Bedeutung des Werks für die russische Literatur sowie die intertextuellen Bezüge zu Pushkins Pikovaya Dama zu informieren. In einer Präsentation erzählten sie den Mitschüler:innen über ihre Erkenntnisse.

Der Frage nach dem Kartengeheimnis versuchten wir noch durch die Analyse der Schlussszenen in zwei Verfilmungen (Stummfilm von 1916 und 1982) auf den Grund zu gehen.

Nach der Lektüre stand ein Ausflug in die Hamburger Staatsoper an, in der Tschaikowskijs Oper „Pique Dame“ gezeigt wurde. Da das Libretto von Tschaikowskijs „Pique Dame“ sich von Pushkins Erzählung etwas unterscheidet, bereitete sich die Lerngruppe auf den Opernausflug mit einem Audiofeature der Münchener Staatsoper (s.u.) vor. Im Anschluss hatten die Schüler:innen die Aufgabe ihre Ideen / Verbesserungsvorschläge zur Inszenierung / Bühnenbild zu formulieren und zu visualisieren.

Keine vollständige Liste, aber einige interessante literaturwissenschaftliche Quellen zu Pushkins Pikovaya Dama

  • Bocharov, S. G.; Feltham, Ann (1978): The Queen of Spades. In: The Johns Hopkins University, Online verfügbar unter https://www.jstor.org/stable/468576, zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Davydov, Sergei (1999): The Ace in „The Queen of Spades“. In: Slavic rev. 58 (2), S. 309–328. DOI: 10.2307/2673073.
  • Leighton, Lauren G. (1977): Numbers and Numerology in „The Queen of Spades“. In: Taylor & Francis, 01.12.1977. Online verfügbar unter https://www.jstor.org/stable/40867141, zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Schwartz, Murray M.; Schwartz, Albert (1975): The Queen of Spades: A Psychoanalytic Interpretation. In: University of Texas Press, 01.01.1975. Online verfügbar unter https://www.jstor.org/stable/40755241, zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Евзлин, М. (1998): Пространтство и движение в повести А.С. Пушкина Пиковая Дама. In: Slavica tergestina 6, S. 37-53.